SECHZIGMÜNCHEN.
 

Köllner fordert vertrauen ins Team: „Wir spielen eine bockstarke Saison!“

Ist mit der Art und Weise, wie die Mannschaft Fußball spielt, zufrieden: Löwen-Cheftrainer Michael Köllner. 

Zum Ende der Englischen Woche geht es für die Löwen in die Kurpfalz. Dort treffen sie am Samstag, 24 April 2021, auf Waldhof Mannheim. Anpfiff im Carl-Benz-Stadion ist um 14 Uhr. Die Partie ist live bei MAGENTA SPORT zu sehen. 

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Auffällig lange hatte Löwen-Trainer Michael Köllner nach dem Heimspiel gegen Viktoria Köln im Kreis zu seinen Spielern gesprochen. „Es ging darum, die Dinge richtig einzuordnen“, gab er als Grund an. Der 51-Jährige ist lange genug im Geschäft, um zu wissen, wie hoch der Erwartungsdruck von außen in einer solchen Saisonphase werden kann. Deshalb sein Appell: „Wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir sagen, dass das Unentschieden gegen Viktoria Köln ein Dämpfer oder Rückschlag ist.“

Seine Jungs ließ er wissen, dass sie ein „Topspiel“ hingelegt hatten. „Ich habe gesagt, dass ich mit der Art und Weise, wie wir momentan Fußball spielen, zufrieden bin. Leider konnten wir nach der Führung die Intensität nicht hochhalten. Ich schneide mir wegen dem 1:1 nicht die Pulsadern auf“, fügte er sarkastisch hinzu. „Ich rede nichts schön, wie mir manche vorwerfen, aber man muss realistisch bleiben“, so seine Forderung.

Letztlich sei entscheidend, was er als Trainer denke und nicht irgendwelche Kommentatoren unter einem Nickname im Internet. Gerade die jungen Burschen, die noch etwas fragil seien, bräuchten ein positives Feedback. „Zur Kernkompetenz eines Fußballlehrers gehört es nicht nur, dass die Laufwege passen, sondern auch, dass die mentale Komponente stimmt.“

Wie wichtig der Kopf sein kann, hat der 33. Spieltag gezeigt, als Tabellenführer Hansa Rostock in der 6. Minute der Nachspielzeit den 1:1-Ausgleich gegen den SV Wehen Wiesbaden hinnehmen musste. „Ich habe mir Waldhof Mannheim angeschaut, mich auf den nächsten Gegner konzentriert“, berichtete er von seinem Mittwochabend vor dem Fernsehgerät. „Aber beim Stande von 4:0 für Saarbrücken sind meine Frau und mein Sohn unruhig geworden und haben gesagt: ‚Schalt‘ endlich um!‘“ Das hat Köllner dann getan und den späten Ausgleich mitbekommen. Zeitgleich spielte auch der FC Ingolstadt nur 1:1 beim abstiegsbedrohten VfB Lübeck, so dass die Löwen keinen weiteren Boden verloren haben.

Der Trainer bleibt aber auch fünf Spieltage vor Ende des Saison seinem Credo treu und betont fast gebetsmühlenartig: „Für mich ist entscheidend, was wir machen. Nur das zählt Das andere können wir ohnehin nicht beeinflussen.“ Deshalb fordert er von den Fans Vertrauen in jeden Spieler und das Team. „Die Jungs spielen eine bockstarke Saison. Für mich gibt es überhaupt keinen Grund, nach einem 1:1 gegen eine Mannschaft, die zuvor sieben Spiele ungeschlagen war, zu zweifeln.“

Ob ihm die 0:5-Niederlage der Mannheimer in Saarbrücken ungelegen komme, wurde Köllner gefragt. „Ich konzentriere mich eher auf taktische Dinge“, antwortete er. Auch das Hinspiel in München hatten die Kurpfälzer mit 0:5 verloren. „Nach dem Spiel sind sie von ihrer Dreierkette abgewichen, haben bis zum Saarbrückenspiel mit einer Vierer-Kette gespielt.“ Nach 0:2-Rückstand stellte Trainer Patrick Glöckner wieder auf Dreierkette um. Und so stellt sich Köllner eher die Frage, wie wohl die taktische Grundformation der Waldhöfer am Samstag aussehen wird.

Ansonsten konnte Köllner nicht den Leistungsunterschied feststellen, den das Ergebnis suggeriert. „Es war lange nicht so klar. Gegen Ende sind dann die Dinge auseinandergeflogen. Das ist aber normal in der Saisonphase.“ Keineswegs könne man vom Ergebnis her ableiten, dass die Mannheimer schlecht drauf sind.

Denn nach nur drei Punkten und drei Toren aus sieben Spielen hatte sich Waldhof zuletzt erholt gezeigt und sieben Zähler aus drei Partien vor dem Saarbrücken-Spiel eingefahren. „Mannheim ist offensiv brandgefährlich“, weiß Köllner, „hinten werde sie oft eiskalt für Fehler bestraft. Das war auch im Spiel gegen uns so.“ Er erwartet am Samstag einen Gegner, „der zu Hause angreifen und attackieren“ wird, um sich den Frust des verlorenen Südwest-Derbys von der Seele zu spielen. Eine andere taktische Ausrichtung kann sich der Oberpfälzer schwer vorstellen. „Sie können hinten nicht Beton anrühren!“

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Bis auf Stefan Lex sind alle Spieler bisher gut durch die Englische Woche gekommen. „Es ist nichts Schlimmes“, so Köllner über die Verletzung des 31-Jährigen, „aber ich weiß nicht, ob es final für Waldhof reichen wird“. Die muskulären Probleme seien auch ein Stück weit seiner Spielweise geschuldet. „Stefan läuft viel im Spiel, er ist ein essentieller Spieler für uns“, lobt er den Stürmer.

Mehr und mehr unverzichtbar wird auch Richard Neudecker. Das sei, so Köllner, von Anfang an das Ziel gewesen. „Richy ist topfit und gibt den Takt im Spiel vor.“ Das sei nicht immer so in dieser Saison gewesen. „Es gab Phasen, da war es grausam anzuschauen. Aber im Moment macht er es richtig gut.“ Trotzdem liege man sich nicht jeden Tag in den Armen. „Ich sehe noch Luft nach oben. Richy ist aber ein Spieler, der zuhört, der zu 100 Prozent in die Kabine passt.“

Auch für Merveille Biankadi brach der Trainer eine Lanze. Ähnlich wie bei Neudecker habe auch ihm bei der Verpflichtung der Spielrhythmus gefehlt. „Merv ist ein Spieler, der alles gibt, es manchmal zu gut machen will und dann die Bälle verstolpert.“ Die Formkurve zeige aber von Woche zu Woche nach oben. „Er ackert ohne Ende für die Mannschaft.“ Allen Kritikern des 25-Jährigen rät Köllner deshalb, ihr Urteil erst am Ende der Saison über den Stürmer zu fällen.

Das Spiel in Mannheim will Köllner anders angehen als zuletzt gegen Viktoria Köln. Vielleicht auch mit verändertem Personal. „Wir müssen uns anders positionieren“, so der Coach, „aber in Ballbesitz mit dem gleichen Selbstvertrauen wie gegen Köln agieren.“ Und dann schauen, was am Ende dabei rüberkommt – im Idealfall eben drei Punkte!

MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN

SVW: 1 Königsmann (Tor) – 26 Marx, 4 Verlaat, 5 Seegert, 19 Donkor – 27 Gohlke, 18 Gouaida – 17 Costly, 9 Boyamba, 16 Garcia – 11 Martinovic.
Ersatz: 23 Bartels, 25 Scholz (beide Tor) – 3 Kouadio, 10 Ferati, 14 Roczen, 20 Osei Kwadwo, 21 dos Santos, 22 Just, 29 Jurcher, 32 Russo, 33 Jastrzembski.
Nicht dabei: 6 Schuster (5. Gelbe Karte), 7 Ünlücifci (Meniskus-OP), 8 Diring (Knorpelschaden), 13 Christiansen (Haarriss im Mittelffuß), 24 Gottschling (Oberschenkelzerrung), 31 Hofrath (Bänderriss im Knöchel), 35 Saghiri (Fußprobleme).

1860: 1 Hiller (Tor) – 25 Willsch, 6 Salger 27 Belkahia, 36 Steinhart – 14 Dressel – 19 Biankadi, 31 Neudecker, 8 Tallig, 7 Lex – 9 Mölders.
Ersatz: 12 Szekely, 40 Kretzschmar (beide Tor) – 3 Lang, 11 Greilinger, 13 Erdmann, 17 Wein, 18 Knöferl, 20 Agbowo, 21 Ngounou Djayo, 26 Durrans, 28 Mannhardt, 30 Cocic, 32 Gresler, 33 Klassen.
Nicht dabei: 5 Moll (Knieverletzung), 22 Linsbichler (Aufbautraining), 23 Staude (Sehnenverletzung).

Schiedsrichter: Lars Erbst (Gerlingen); Assistenten: Mario Hildenbrand (Wertheim), Timo Lämmle (Kernen).

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