SECHZIGMÜNCHEN.
 

„Radi“ feiert 87. Geburtstag. Happy Birthday!

Petar Radenkovic war auf und neben dem Platz eine Schau. heute feiert der Keeper seinen 87. Geburtstag. 

Er war der erste „Popstar“ des deutschen Fußballs, lange bevor die Musikrichtung und der Begriff überhaupt erfunden waren: Petar „Radi“ Radenkovic zog die Fans auch abseits des Fußballplatzes in seinen Bann. Nun wird der stürmende und singende Torwart 86 Jahre alt.

Petar Radenkovic wurde am 1. Oktober 1934 in Belgrad geboren. Sein Vater Rascha Rodell, so dessen Künstlername, war in Jugoslawien ein Folkloresänger und Gitarrist. Häufig war er in Begleitung seiner Gattin auf Auslandsreisen. Wegen des Ausbruchs des 2. Weltkrieges konnten die Eltern nicht aus den USA zurückkehren, daher wurde Petar in Belgrad von seinen Großeltern aufgezogen. Hier besuchte er das Gymnasium und schloss 1953 mit dem Abitur ab. Bereits 1949 trat er dem Fußballverein Sumadija bei, begann in der Jugendmannschaft als Feldspieler, später wechselte er ins Tor. 1951 ging er zu Roter Stern, ein Jahr später zu OFK Belgrad.

Am 29. Juni 1955 heiratete er Olga Boric, eine Basketballspielerin der jugoslawischen Nationalmannschaft. Er selbst gewann 1956 in Melbourne mit der Olympiaauswahl seines Heimatlandes die Silbermedaille. 1958 wurde er zum Militär eingezogen, was seine Teilnahme an der Fußball-WM verhinderte. Nach dem Ende der Militärzeit bemühte er sich um einen Wechsel zu dem Spitzenverein Roter Stern Belgrad, was aber von den Funktionären verhindert wurde. Daraufhin verlies er Jugoslawien Richtung München. Da ihm aber die Freigabe fehlte, war er nicht spielberechtigt. So kehrte Radenkovic im Frühling 1961 nach Belgrad zurück, wo sich aber ein paar Wochen später der Südwest-Oberligist Wormatia Worms meldete. Im Tor des Traditionsvereins machte sich Radenkovic schnell in Fußball-Deutschland einen Namen. Im Sommer 1962 boten ihm die Löwen dann einen Zwei-Jahres-Vertrag an. Bereits in seinem ersten Spiel für die Sechzger verblüffte der Torwart beim Pokalspiel gegen Hessen Kassel, das 6:1 gewonnen wurde, mit seinen Ausflügen bis an die Mittellinie die Fans. Schnell hatte er auch seinen Spitznamen „Radi" weg.

Mit ihm als Torwart erreichte der TSV 1860 München seine größten Erfolge: Süddeutscher Meister 1963, DFB-Pokalsieger 1964, Europapokal-Finalist 1965 und Deutscher Meister 1966, Vize-Meister 1967. Nach dem Abstieg des TSV 1860 München aus der Bundesliga beendete Radi 1970 nach 215 Bundesligaspielen seine Fußballkarriere.

Was die Fans an dem serbischen Torhüter liebten, brachte seinen Trainer Max Merkel fast auf die Palme. „Die Mätzchen sind zu unterlassen“, forderte er ihn immer wieder auf. Doch Radi ließ sich auch von dem gestrengen Österreicher nicht seine Spielfreude nehmen. Der Torwart, der bei Bundesliga-Start 1963 nur einer von vier ausländischen Spielern war, avancierte schnell zum Star. Maßgeblich zu seinem Ruhm trug sein Ausflug in die Schlagerbranche bei. Im April 1965 stürmte er mit seinem Hit „Bin i Radi, bin i König" in die deutschen Charts. Die höchste Platzierung war Platz fünf. Insgesamt verkaufte er 400.000 Schallplatten.

Nicht immer waren seine Mitspieler, besonders die Abwehrspieler, über die spektakulären Ausflüge inklusive Dribblings quer über das Spielfeld ihres exzentrische Torwarts erfreut, wie Manni Wagner, der acht Jahre zusammen mit Radi bei den Löwen spielte, einmal erzählte. „Von seiner Klasse braucht man nicht zu reden. Er war ein überragender Torhüter. Als Abwehrspieler war ich über seine Ausflüge natürlich nicht glücklich", so der Verteidiger weiter. Am meisten aber hat Wagner imponiert, wie Radenkovic in den gegnerischen Stadien behandelt wurde. „Nirgends in Deutschland gab es Pfiffe gegen ihn. Ganz im Gegenteil: Bei der Aufstellung wurde – egal ob im Westen oder Norden – immer applaudiert. Er war überall unheimlich beliebt."

Nach seiner Karriere als Fußballprofi verdiente Radenkovic sein Geld als Gastronom. So unterhielt er „Radis Treff“ in Oberschleißheim, ein Hotel auf der Schwanthalerhöhe und einen Wienerwald in Unterhaching. Nach der Jahrtausendwende gehörte der Ex-Keeper zur Delegation der serbischen Nationalmannschaft. Hart traf Radenkovic im Januar 2009 der Verlust seiner Frau Olga, die nach langer und schwerer Krankheit verstarb. Über ein halbes Jahrhundert war er mit ihr verheiratet. Nach ihrem Tod kehrte er zurück in seine Geburtsstadt Belgrad, um die schmerzlichen privaten Erinnerungen hinter sich zu lassen. Dort lernte er sein neues Glück kennen, heiratete 2014 seine Slobodanka. Selten ist er in München zu Besuch. Eine seiner beiden Töchter lebt hier, die andere wohnt in London.

Der TSV 1860 gratuliert dem Jubilar recht herzlich zum 87. Geburtstag, wünscht ihm alles Gute und vor allem Gesundheit. Auf Radi und die Löwen!

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