SECHZIGMÜNCHEN.
 

Die Neuen der 3. Liga: VfB Stuttgart II – Aufholjagd belohnt.

Das Gründungsmitglied der 3. Liga, der VfB Stuttgart II, kehrt nach acht Jahren zurück. 

Wie jedes Jahr gibt’s auch heuer wieder einen kräftigen Wechsel in der 3. Liga. Sieben Teams in der 20er-Liga sind neu. Mit dem SV Wehen Wiesbaden, Hansa Rostock und VfL Osnabrück sind drei Zweitliga-Absteiger fix. Dazu kommen die Regionalliga-Aufsteiger FC Energie Cottbus, Alemannia Aachen, VfB Stuttgart II und Hannover 96 II. Nacheinander stellen wir die Neuen vor, diesmal VfB Stuttgart II.

Was die meisten nicht wissen: Der VfB Stuttgart II gehört zu den Gründungsmitgliedern der 3. Liga, spielte von 2008 bis 2016 acht Jahre ununterbrochen dort und nimmt in der Ewigen Tabelle den 14. Platz ein. Es bedurfte eines unglaublichen Finishs, um die Meisterschaft in der Regionalliga Südwest perfekt zu machen. In den letzten Wochen der Saison holten die Weiß-Roten zehn Punkte auf Lokalrivale Stuttgarter Kickers auf.

Kein Wunder, dass Trainer Markus Fiedler den Aufstieg als „Wahnsinn“ titulierte. „Viele dieser Spieler habe ich in der U13 das erste Mal trainiert. Wir sind zusammen diesen Weg gegangen. Mit ihnen hier stehen zu können und den Aufstieg zu feiern, ist eine ganz besondere Situation. Ein sehr emotionaler Moment“, sagte der 38-Jährige, der erst im vergangenen Sommer die U21 übernahm, gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Für den in Leonberg geborenen Fiedler sei es eine Saison gewesen, die ihn als Person und Trainer besser gemacht habe. Weiter sprach er von einem unglaublich intensiven Jahr auf allen Ebenen. Letztlich sei es ein Erfolg des Kollektivs gewesen.

Trotzdem stachen einige Spieler heraus. Mit 78 Saisontoren stellten die Schwaben die beste Rückrundenmannschaft der Regionalliga Südwest und die treffsicherste Offensive. Dejan Galjen mit 21 Toren und Raul Paula mit 16 Treffern erzielten fast die Hälfte davon. Galjen wurde Top-Torschütze des VfB II trotz längerer Verletzungspause. Der 20-jährige Paula, der seine erste komplette Saison im Trikot der U21 spielte, startete mit elf Toren in den ersten zwölf Spielen, zeigte als Mittelfeld-Spieler konstant starke Leistungen. Der gebürtige Böblinger mit portugiesischen Wurzeln glänzte aber nicht nur als Torschütze. Mit vielen vorletzten und letzten Pässen setzte er seine Mitspieler in Szene und spielte sich so ins Notizbuch von Profi-Cheftrainer Sebastian Hoeneß. Im zweiten Saisonabschnitt waren es zwischendurch zehn Partien, in denen Paula nicht so zum Zuge kam. „Die gegnerischen Trainer haben Raul in den Fokus genommen und ihm mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Sie haben häufig versucht, ihn zu doppeln. Das war auch für ihn keine einfache Situation“, erklärte Coach Fiedler.

Neben Galjen und Paula standen Luca Raimund und Torwart Dennis Seimen im Blickpunkt. Der 19-Jährige Raimund kam zu drei Kurzeinsätzen in der Bundesliga, Keeper Seimen, noch für die A-Jugend spielberechtigt, soll als künftige Nummer Eins beim Deutschen Vizemeister aufgebaut werden. Wäre die U21 nicht aufgestiegen, wäre er verliehen worden. Dieser Plan ist jetzt vom Tisch. Stephan Hildebrandt, Direktor des Nachwuchsleistungszentrums, sieht die 3. Liga als geeignete Plattform, um die eigenen Talente weiterzuentwickeln. „Sie verkürzt die Distanz zur Lizenzmannschaft, macht uns attraktiv für externe Ausnahme-Spieler und schenkt unseren Toptalenten ein Wettkampfformat, in dem wirkliche Weiterentwicklung auf sportlicher und persönlicher Ebene möglich ist“, so seine Einschätzung gegenüber den Stuttgarter Nachrichten.

Sehr wohl ist sich Hildebrandt bewusst, dass man nachjustieren müsse. Schließlich lasse sich nicht nur mit Talenten in der 3. Liga bestehen, „aber wir werden keine wilden Sachen machen. Am Ende sind wir in erster Linie der Entwicklung unserer Talente verpflichtet. Denen dürfen wir durch unsere Entscheidungen jetzt auf keinen Fall den Weg abschneiden.“ Das sieht auch Sportdirektor Fabian Wohlgemuth so. „Es geht um unsere Perspektivspieler, sie brauchen Spielzeit. Wir werden deshalb bei der Zusammenstellung des Kaders den Blick vor allem nach innen richten. Ergänzungen von außen bilden die Ausnahme und müssen entweder die Führungsstruktur der Mannschaft stärken oder in naher Zukunft eine Alternative für den Lizenzspielerkader darstellen.“

Damit ist auch das Ziel formuliert. Für den VfB II geht es nicht in erster Linie darum, mit allen Mitteln die Klasse zu halten, sondern die Talente an die Profimannschaft heranzuführen. „Wir werden auch hier unserem Weg treu bleiben“, kündigt Wohlgemuth an. Bisher wurden nur Perspektivspieler von unterklassigen Klubs verpflichtet und einige Spieler aus der eigenen U19 hochgezogen. Ansonsten möchte der VfB II auch in der dritthöchsten Spielklasse auf mutigen und attraktiven Fußball setzen.

Derzeit ist noch die Stadionfrage offen. Das Robert-Schlienz-Stadion, bisher Spielstätte der U21, kommt nicht in Frage. Es erfüllt nicht die geforderten Bedingungen für die 3. Liga. Das Gazi-Stadion auf der Waldau, die angestammte Heimstätte der Stuttgarter Kickers, die außerdem von den Footballern von Stuttgart Surge belegt wird, steht nicht unbeschränkt zur Verfügung. Deshalb sucht der VfB nach einer Alternative. Favorisiert ist die Spielstätte von Oberligist SG Sonnenhof Großaspach. Die WIRmachenDRUCK Arena in Aspach bietet 10.000 Zuschauern Platz und liegt gerade mal 30 Kilometer von der Trainingsstätte des VfB entfernt.

DATEN & FAKTEN

Name: VfB Stuttgart II
Gründung: 9. September 1893
Mitglieder: 102.000 (Stand: Mai 2024)
Vereinsfarben Weiß-Rot
Größte Erfolge: Deutscher Meister 1950, 1952, 1984, 1992, 2007; DFB-Pokalsieger 1954, 1958, 1997; Europapokalfinalist 1989, 1998
Stadion: GAZi-Stadion auf der Waldau (11.408 Plätze)/ WIRmachenDRUCK Arena in Großaspach (10.001 Plätze)
Homepage:www.vfb.de
Social Media: Facebook: @VfB; x.com: @vfb; Instagram: @vfb; YouTube: @vfbtv
Trainer: Markus Fiedler (01.07.2023)
Letzte Saison: 1. Platz Regionalliga Südwest mit 65 Punkten aus 34 Spielen (Torverhältnis: 78:50)
Bester Torschütze: Dejan Galjen (21 Tore)
Bilanz VfB II gegen Sechzig: -
Spieler, die für beide Teams aktiv waren: 
u.a. Prince Osei Owusu, Moritz Leitner, Raphael Holzhauser, Sebastian Hertner, Christian Träsch, Benjamin Lauth, Daniel Bierofka, Horst Heldt

KURIOSES
Im Gegenzug zur Rückkehr von Daniel Bierofka zu den Löwen wechselte Christian Träsch zur Saison 2007/2008 zur zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart. Der defensive Mittelfeldspieler Träsch war mit 15 Jahren aus Ingolstadt zu den Junglöwen gekommen, durchlief dort alle Nachwuchsteams. spielte 39 Mal für die U23 der Sechzger in der Regionalliga Süd, kam aber in der 2. Bundesliga nicht zum Zuge. Anders beim VfB Stuttgart. In seinem ersten Jahr bei den Schwaben spielte er 32 Mal in der Reserve. In der zweiten Saison schaffte der Oberbayer den Sprung zu den Profis, avancierte zum Nationalspieler. Nur eine Verletzung verhinderte 2010 seine Teilnahme an der WM, für die er vom Trainerteam um Jogi Löw fest eingeplant gewesen war. Zur Saison 2011/2012 wechselte Träsch zum VfL Wolfsburg, löste dort Marcel Schäfer als Kapitän ab und holte mit den Niedersachsen die Vize-Meisterschaft und den DFB-Pokal.

TRANSFERS (Stand: 03.06.2024)
Zugänge:
 Maurice Boakye (Eimsbütteler TV), Frederik Schumann (1. Göppinger SV), Luca Raimund, Benjamin Boakye, Semih Kara, Peter Reinhardt, Tom Barth (alle eigene U19), Lukas Griebsch (TSG Balingen)
Abgänge: Mattis Hoppe (FC Ingolstadt 04), Lukas Griebsch (Ziel unbekannt), Robert Geller (Karlsruher SC II), Patrick Kapp, Giannis Boziaris, Max Voigt, Robert Geller (alle vereinslos)

Die Neuen der 3. Liga: FC Energie Cottbus – Im fünften Anlauf zurück!
Die Neuen der 3. Liga: Alemannia Achen – Zurück nach elf trostlosen Jahren.

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