SECHZIGMÜNCHEN.
 

Köllner & die Schiedsrichter-Entscheidungen: „Es bringt nichts, groSS loszupoltern!“

Fühlte sich in einigen Szenen von FIFA-Schiedsrichter Sven Jablonski benachteiligt: Löwen-Trainer Michael Köllner. 

Während sich Gästetrainer Uwe Koschinat über einen glücklichen Punkt freute, ärgerte sich 1860-Coach Michael Köllner, dass sein Team für die gezeigte Leistung nicht belohnt wurde. Teils vergab die Mannschaft selbst beste Chancen, andererseits entschied das Schiedsrichter-Gespann knifflige Szenen immer gegen die Sechzger.

Löwen-Trainer Michael Köllner hatte ein „richtig gutes Spiel“ seiner Mannschaft gesehen. „Das, was wir uns vorgenommen haben, konnten wir Eins-zu-Eins umsetzen. Wir waren sehr dominant, haben ein sehr gutes Pressing gespielt. Damit ist Saarbrücken über die komplette Spielzeit nicht ansatzweise zurecht gekommen.“ Bei eigenem Ballbesitz hätte sein Team sehr strukturiert agiert. „Wir waren sehr klar in unserem Spiel, haben uns viele Möglichkeiten schon in Halbzeit eins herausgespielt, haben es leider verpasst, schon vor der Pause den einen oder anderen Treffer zu erzielen.“

In der 2. Halbzeit sei seine Mannschaft durch das „tolle Tor“ von Erik Tallig verdient in Führung gegangen. „Leider mussten wir den späten Ausgleich hinnehmen. Da schütteln wir uns heute. Egal, wie wir uns aufregen, es wird keine andere Wertung des Spiels geben“, sprach er die vielen engen Entscheidungen an, die das Schiedsrichtergespann immer gegen die Löwen entschied. Die gezeigte Leistung jedoch stimmt den 52-jährigen Coach zuversichtlich. „Wir sind bereit für die letzten sechs Spiele. Mit dem Auftreten, mit dem wie wir heute im eigenen Stadion unterwegs waren, können wir noch viele Punkte holen. Das ist unser Ziel, wir sind bereit fürs Finish. Wenn wir die Leistung trotz der personellen Schwächungen heute bis zum Saisonschluss abrufen können, werden wir ein gewichtiges Wort im Aufstiegskampf mitreden!“

Auch auf Rückfragen der Medien zu den Entscheidungen von FIFA-Schiedsrichter Sven Jablonski hielt sich Köllner weitgehend zurück. „Es bringt nichts, groß loszupoltern. Fakt ist, wir haben vor zwei Wochen in Mannheim zwei strittige Handelfmeter gegen uns bekommen, heute wär‘ es eine Elfmeterentscheidung für uns gewesen. Das ist natürlich bitter.“ Dazu sei der Zweikampf im Strafraum zwischen Stefan Lex und Lukas Boeder eine „50:50-Entscheidung“ gewesen. „Es ist ein Rempeln zu erkennen.“ Bitter sei, dass die Löwen bei keiner Entscheidung profitierten. „Auch beim 1:1 sind wir die leidtragenden. Aus unterschiedlichen Perspektiven sieht man ein Stoßen. Da verschafft sich der Gegenspieler einen klaren Vorteil.“
SPIELBERICHTKnapp am Sieg vorbeigeschrammt: Löwen spielen 1:1 gegen Saarbrücken.

Saarbrückens Coach Uwe Koschinat analysierte ehrlich und punktgenau das Spiel: „Wir brauchen nicht lange Drumrumreden: Sowohl in der Entstehung als auch inhaltlich war das heute für uns ein glücklicher Punkt.“ In der ersten halben Stunde hätte sein Team „riesige Schwierigkeiten“ gehabt mit dem hohen Tempo, das die Löwen angeschlagen haben. „Wir mussten viel nach hinten sprinten, hart in der Defensive arbeiten.“ Sechzig habe den FCS in vielen Situationen in Verlegenheit gebracht. „Am Ende ist die Führung wahrscheinlich nur nicht gefallen, weil die Konzentration im Abschluss gefehlt hat. Wir haben sicherlich auch bei der einen oder anderen Schiedsrichterentscheidung Glück gehabt“, so Koschinat. Es seien viele enge Situationen gewesen, „in denen wir sehr hart und grenzwertig verteidigen mussten.“ Nach einer halben Stunde hätte sich sein Team vom Druck befreit. „Wir sind selbst zu einigen klaren Torabschlussmöglichkeiten gekommen und haben einmal das Gebälk getroffen.“ Nach der Pause besaß Saarbrücken dann seinerseits die Riesenchance, um in Führung zu gehen. „Sebastian Jacob hat einen sehr langen Weg zum Torwart gehabt, hat dann aber trotzdem die Nerven behalten und den Torwart ausgeguckt, aber den Abwehrspieler auf der anderen Seite gewähnt. So konnte die Situation bereinigt werden.“ Das 1:0 wäre wichtig für sein Team gewesen. „Da hätten wir das Stadion schocken können. Zudem sind wir statistisch eine Mannschaft, die nach Führung fast immer gewinnt.“ In der Folge habe sich das Spiel beruhigt, Sechzig wäre nur durch Distanzschüsse gefährlich geworden. „Im Strafraum haben wir besser und aufmerksamer verteidigt“, lobte der FCS-Trainer seine Jungs, „ohne aber selbst Entlastung zu schaffen!“ Das 0:1 sei für ihn überraschend gefallen, „aus dem Nichts heraus. Danach war’s natürlich wahnsinnig schwer, hier noch was mitzunehmen!“ Zumal Sechzig gut gekontert habe. „Aber die Löwen müssen sich vorwerfen, die Vorentscheidung nicht herbeigeführt zu haben. Wir haben bis zum Schluss an uns geglaubt. Wir sind die Mannschaft mit den meisten Punkten nach Rückstand. Das hat auch heute wieder funktioniert“, lobte er die Moral seines Teams. „Wir haben uns mit guter Mentalität dagegen gestemmt und etwas überraschend gegen Ende den Ausgleich gemacht. Wir nehmen den Punkt logischerweise gerne mit.“

Torschütze Erik Tallig wähnte sich schon als Matchwinner. „Ich habe gedacht, dass wir das Spiel ziehen, mich sehr über meinen Treffer gefreut. Es wäre schön gewesen, wenn wir dadurch gewonnen hätten.“ Der 22-Jährige bescheinigte allen Löwen ein tolles Spiel. „Jeder von uns hat gefightet. Ich hoffe, dass wir diese Leistung die nächsten Wochen auch auf den Platz bringen.“ Tallig ärgerte sich über seine vergebene Großchance Mitte der 1. Halbzeit. „Wir hatten schon noch zwei, drei gute Möglichkeiten, hätten auch noch einen Elfmeter kriegen müssen, wo Lexi zu Fall gebracht wird. Aber wir müssen weitermachen. Es bringt nichts, die Köpfe hängen zu lassen. Heute wäre ein Sieg wichtig gewesen, um an Saarbrücken vorbeizuziehen!“ Trotzdem schaut der gebürtige Chemnitzer optimistisch nach vorne. „Wir müssen so weiterspielen und schauen, was am Ende dabei noch rauskommt!“

„Das ist total ärgerlich“, machte Fabian Greilinger, der als Linksverteidiger eine bärenstarke Leistung ablieferte, aus seinem Herzen keine Mördergrube. „Meiner Meinung nach war es am Schluss ein Foul. Er stützt sich an mir ab, sonst kommt er gar nicht hin. Eigentlich muss der Schiedsrichter pfeifen. Dann nehmen wir die drei Punkte mit, dann schaut’s ganz anders aus!“ Die Chancenverwertung sieht der Niederbayer nicht als Knackpunkt. „Wir müssen auch mal ein 1:0 nach Hause bringen. Das reicht auch, das gibt ebenfalls drei Punkte!“ Auch für den 21-Jährigen ist die Saison nicht gelaufen. „Wir werden am Samstag in Freiburg wieder Gas geben und versuchen, dort die drei Punkte zu holen. Wir schauen von Woche zu Woche. Es sind noch 18 Punkte zu vergeben.“

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