SECHZIGMÜNCHEN.
 

Köllner moniert die Häufung der Fehlentscheidungen gegen sein Team.

Löwen-Trainer Michael Köllner musste die Partie aus der Kabine über der Haupttribüne aufgrund seiner Sperre verfolgen. 

Seit Wochen werden die Löwen von den Schiedsrichtern benachteiligt. Gegen den VfL Osnabrück fiel das 0:1 aus einer klaren Abseitsposition. Während 1860-Cheftrainer Michael Köllner sich darüber echauffierte, nahm Osnabrücks Coach Daniel Scherning das verfrühte Ostergeschenk gerne an. „Wir müssen uns dafür nicht schämen!“

Löwen-Trainer Michael Köllner, der aufgrund seiner vierten Gelben Karte für das Coaching während des Spiels gesperrt war, konnte die Partie auf der anschließenden Pressekonferenz wenigstens analysieren. „Bitter!“, nannte er die Niederlage. „Bei uns ist eine riesige Enttäuschung! Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Am Ende entscheiden Nuancen. Das war heute auch der Fall.“

Trotz des 0:2-Rückstands hätte seine Mannschaft alles getan, um im Spiel zu blieben. „Wir haben vor der Pause den wichtigen Anschlusstreffer erzielt, in der 2. Halbzeit das 2:2 gemacht.“ Nach dem Ausgleich sei er guter Dinge gewesen, die Partie gewinnen zu können. „Leider haben wir dann das 2:3 hinnehmen müssen. Das war bitter, weil Marco Hiller im zweiten Durchgang keinen einzigen Schuss halten musste.“

Grundsätzlich habe sein Team solide verteidigt. „Wir haben alles getan, um das Spiel zu gewinnen. Aber letztlich haben einige Aktionen für Osnabrück ausgereicht, um zu drei Treffern zu kommen. Schade für uns, weil wir schon im Vorfeld viel in das Spiel investiert haben. Jetzt müssen wir erst mal durchschnaufen, uns schütteln und dann in den weiteren vier Spielen so viele Punkte wie möglich holen.“

Natürlich hatte auch der Löwen-Trainer den Osnabrücker Führungstreffer aus seiner Position in einer Pressekabine auf der Galerie über der Haupttribüne als Abseits erkannt und ärgerte sich maßlos, dass das Schiedsrichtergespann das Tor anerkannte. „Ich habe darauf keine Antwort parat, weil wir momentan in jedem Spiel ein Tor kassieren, dass sich am Ende als irregulär herausstellt. So wie der Linienrichter in der 1. Halbzeit das Abseits nicht gesehen hat, hat der andere Linienrichter den 3:2-Siegtreffer aus einer sehr weit entfernten Position sehr schnell als über der Linie erkannt.“ Am Ende könne man daran nichts mehr ändern. „Das Thema begleitet uns seit Wochen. Uns sind dadurch viele Punkte verloren gegangen.“

Der Grund, wieso es heuer höchstwahrscheinlich nicht zum Aufstieg reicht, sieht Köllner in der Vorrunde. „Da hatten wir eine Phase von sieben Spielen, in denen wir sechs Mal Unentschieden gespielt und einmal verloren haben. Dem laufen wir hinterher. In der Rückrunde haben wir eine Mega-Bilanz, viele Siege eingefahren.“

Für den 52-Jährigen ist es verfrüht, jetzt schon Analysen für die komplette Saison anzustellen. „Wir wollen in den verbleibenden vier Spielen die maximalen Punkte holen. Und dann können wir in Ruhe schauen, was gefehlt hat, um an den richtigen Stellschrauben zu drehen.“

SPIELBERICHT Löwen egalisieren 0:2-Rückstand, verlieren aber 2:3 gegen Osnabrück.

Osnabrücks Trainer Daniel Scherning hatte ein intensives Spiel von zwei tollen Mannschaften gesehen „mit viel Qualität und Mentalität, einer guten Einstellung und Charakter von allen, die auf dem Platz waren“. Seine Mannschaft habe gut ins Spiel reingefunden. „Sechzig war sehr präsent, hat versucht, über Ballbesitz das Spiel zu kontrollieren, uns raus zu locken, uns im richtigen Moment zu überspielen und präsent auf zweite Bälle zu sein.“ Das hätte sein Team in den ersten 25 Minuten gut unterbunden. „Gleichzeitig hatten wir eine Menge guter Balleroberungen aus unserer Grundordnung heraus, wo wir immer wieder über die rechte Seite durch Opoku viel Tiefe drin hatten.“ Lediglich mit den 15 Minuten vor und den 15 bis 20 Minuten nach der Pause war Scherning nicht zufrieden. „Da waren wir zu offen“, monierte er. „So fiel auch der Ausgleich zum 2:2.“ Bereits in der Halbzeitpause habe er den Jungs mitgegeben, „dass sie konsequent verteidigen müssen, dass Räume kommen werden, dass sie Meter machen müssen, die richtig weh tun, die uns leiden lassen werden.“ Das sei über 90 Minuten hervorragend gelungen. Nach dem Ausgleich habe man etwas gebraucht, um sich zu fangen. „Dann waren wir wieder gut im Spiele, hatten die eine oder andere Balleroberung, gerade über die linke Seite. So ist dann auch die entscheidende Situation zum 3:2 entstanden.“ Danach hätte seine Mannschaft mit Mann und Maus verteidigt. „Unser Ziel war es, das Ding zu ziehen, an Sechzig vorbeizukommen. Wir haben jetzt noch das Nachholspiel am Dienstag in der Hinterhand. Wir sind froh, dass wir bei einer richtig guten Mannschaft gewinnen und so unsere Position deutlich verbessern konnten.“ Die Atmosphäre im Grünwalder Stadion fand Scherning „überragend. Es hat sich jeder gefreut, mal wieder in seinem solchen Stadion vor so vielen Fans Fußball spielen zu dürfen.“

1860-Sportdirektor Günther Gorenzel sprach bei Magenta Sport von einer „sehr, sehr unglücklichen Niederlage. Vor allem, wenn man schaut, wie sie zustande kam. „ Der Österreicher ärgerte sich über die nicht geahndete, klare Abseitsstellung beim 1:0 . „Wir sind in der Tabelle, was Fehlentscheidungen angeht, ganz klar vorne. Heute wieder diese unglückliche Entscheidung. Am Ende sind es Tatsachenentscheidungen. Das haben wir zu respektieren. Aber dennoch ist es äußerst unglücklich, weil wir hier ein sehr, sehr gutes Spiel geliefert haben.“ So lange der Aufstieg rechnerisch noch möglich sei, „werden wir sicher nicht die weiße Fahne hissen. Wir brauchen uns für die Leistung heute nicht zu schämen.“

„Die Enttäuschung ist riesengroß“, gestand Yannick Deichmann. „Wir sind schlecht ins Spiel gekommen.“ Doch das Team hätte den Nackenschlag des 0:2-Rückstands gut weggesteckt. „Wir haben einen Riesenaufwand betrieben, waren nach dem 2:2 wieder dran, belohnen uns dann aber nicht. Der Aufwand und der Ertrag passen einfach nicht zusammen“, kritisierte der Löwen-Verteidiger. „Keinem von uns kann man etwas vorwerfen, jeder wollte. Wir sind am Drücker und bekommen dann das 2:3.“

Auch für Torhüter Marco Hiller war die Niederlage „brutal ärgerlich. Du liegst 0:2 hinten, kommst mit Unterstützung der Kulisse wieder zurück und kriegst dann das 2:3. Das war der Genickbruch. Trotzdem können wir auf die gezeigte Leistung stolz sein“, findet der 25-jährige Schlussmann, für den die Saison längst nicht vorbei ist. „Es geht auch um Platz vier.“ Dieser würde zur Teilnahme am DFB-Pokal in der kommenden Saison berechtigen. „Wir wollen in den verbleibenden Spielen die maximale Ausbeute herausholen. Noch sind zwölf Punkte zu vergeben.“

„Sehr, sehr bitter, sehr, sehr bitter“, fand Marcel Bär, der seinen 15. Saisontreffer zum zwischenzeitlichen 2:2 erzielt hatte, die Niederlage. „ Ich hatte den Eindruck, dass wir nach dem 2:2 dem 3:2 sehr viel näher waren als Osnabrück. Dann verlieren wir so einen 50:50-Ball, die kontern uns aus und schießen den Siegtreffer. Das ist extrem bitter. Wahnsinn!“

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