SECHZIGMÜNCHEN.
 

DFB-Pokal: Köllner will aus der „kalten Hose“ die Minimalchance nutzen.

Geht mit den Löwen als Außenseiter optimistisch ins DFB-Pokal-Spiel gegen Bundesligist Eintracht Frankfurt: 1860-Cheftrainer Michael Köllner. 

„Nach dem Pokal ist vor dem Pokal“, mit diesen Worten eröffnete Löwen-Trainer Michael Köllner die Pressekonferenz vor der Erstrundenpartie im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt am Samstag, 12. September 2020, Anpfiff 15.30 Uhr, im Grünwalder Stadion. Zuschauer sind nicht zugelassen. Das Spiel ist live bei Sky zu sehen und in der ARD-Sportschau als Zusammenfassung.

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„Letzte Woche haben wir nicht unverdient den Pokal gewonnen. Das war psychologisch wichtig“, blickte Köllner auf das Endspiel im bayerischen Landescup gegen die Würzburger Kickers zurück. „Umso mehr freuen wir uns darauf, dass wir gegen Eintracht Frankfurt den nächsten klassenhöheren Verein begrüßen dürfen.“ Gleichzeitig verwies der 50-Jährige darauf, dass die Vorzeichen andere als gegen den Zweitliga-Aufsteiger sind. „Frankfurt ist der klare Favorit!“

Nichtsdestotrotz geht sein Team keineswegs in das Spiel, um sich beim Gegner Autogramme zu holen. „Im Mann-gegen-Mann-Vergleich hat die Eintracht die deutlich besseren Spieler. Aber auch wenn unsere Chancen prozentual gering sind, werden wir alles dafür tun, um die Überraschung zu schaffen.“ Dazu müsse man erst einmal schauen, bei der eigenen Leistung die 100 Prozent zu erreichen.

DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt: Bilanz spricht für die Löwen.

Bis auf Nachwuchskicker Ahanna Agbowo, der am Montag erfolgreich an der Mittelhand operiert wurde und schon wieder das Krankenhaus verlies, kann Köllner aus dem Vollen schöpfen. Zudem darf er im DFB-Pokal 20 Spieler statt 18 auf den Spielberichtsbogen schreiben. Ob die Neuzugänge Stephan Salger und Richard Neudecker, die noch beim Toto-Pokal-Endspiel wegen fehlender Spielberechtigung nicht zum Einsatz kamen, von Beginn an spielen, ließ er offen. „Sie kommen aus einem anderen Trainingsrhythmus. Da werden wir genau hinschauen, um kein Risiko einzugehen.“ Beide seien sehr engagiert. „Richy müht sich im Training, haut sich zu 100 Prozent rein. Die ersten Tage waren sehr schmerzhaft für ihn. Mittlerweile ist er aber in einer sehr guten Verfassung,. Das gilt auch für Stephan.“

Köllner hat sich mit den Hessen intensiv auseinandergesetzt, mehrere Spiele angeschaut. „Sie spielen unter Adi Hütter einen klar strukturierten Fußball, der sich nicht von Woche zu Woche verändert. Ich kenne Frankfurt noch aus meiner Nürnberger Zeit. Auch ein Teil der Spieler sind noch da.“ Es sei eine „klasse Mannschaft, die den deutschen Fußball in den letzten Jahren super repräsentiert hat“, lobt der Oberpfälzer den Gegner. „Gegen diese Offensive musst du kompakt spielen.“ Exemplarisch für die Qualität im Angriff nennt der Löwen-Trainer den portugiesischen Nationalstürmer André Silva, den die Eintracht gerade vom AC Mailand „loseisen“ konnte.

Sascha Mölders wird die Löwen in der neuen Saison als Kapitän anführen.

„Wir sind gut vorbereitet. Frankfurt wird uns 90 bzw. 120 Minuten alles abfordern. Wir sind bereit, dem Gegner ein hartes Match im Grünwalder Stadion zu bieten.“ Sollte sich die „Minimalchance“ auf einen Erfolg ergeben, wolle man diese auch nutzen. „Elfmeter brauchen wir nicht zu trainieren, das ist unsere Paradedisziplin. Vielmehr beschäftigen wir uns damit, was uns taktisch und personell erwartet.“

Die Chancen in der 1. Runde, so Köllners Einschätzung, sind im Duell gegen einen Erstligisten für den Drittligisten geringer als in den vergangenen Jahren. „Sonst hast du den Vorteil, dass du schon einige Liga-Spiele hinter dir hast. Dieses Jahr müssen wir wie der Bundesligist auch aus der ‚kalten Hose‘ spielen“, lautet seine Begründung. Trotzdem glaube das Team an sich. „Jeder hat Bock auf den DFB-Pokal. Es gibt immer eine Chance, aber dazu müssen bestimmte Konstellationen zusammenkommen. Unter anderem darf Frankfurt seinen Fußball nicht auf den Platz bringen.“

Ein weiterer Neuzugang ist vor dem DFB-Pokal-Wochenende bei den Löwen nicht mehr zu erwarten. „Der Trainer, die Fans und auch ich haben noch Wünsche“, sagt Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel auf dieses Thema angesprochen, „aber bei einem Transfer muss zu 100 Prozent die Interessenlage unseres Vereins abgebildet werden“. Der 48-Jährige bekräftigte nochmals, dass ein Offensivspieler ganz oben auf der Prioritätenliste steht. In Hektik will er aber nicht verfallen, zumal die Transferperiode erst am 5. Oktober endet. „Ich gehe davon aus, dass nach dem Pokalwochenende, spätestens nach dem 1. Spieltag in der Bundesliga oder Zweiten Liga, sich noch etwas auf dem Markt tut, weil vielleicht der eine oder andere Spieler nicht wie erhofft zum Zuge kommt.“

Vertragslose Spieler jedenfalls sind nicht mehr im Fokus. „Es muss ja einen Grund haben, wieso die noch nicht untergekommen sind“, begründet Gorenzel. „Jetzt sind nur noch Spieler interessant, die bei anderen Vereinen unter Vertrag stehen.“ Das bedeutet aber schwierige und langwierige Verhandlungen. „Neben dem Spieler und seinem Berater müssen wir uns auch mit dem abgebenden Verein über eine Ausleihe einigen“, erklärt er die Komplexität. „Es wird also nur funktionieren, wenn es ins Gesamtmosaik reinpasst.“

MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN

1860: 1 Hiller (Tor) – 25 Willsch, 5 Moll, 6 Salger, 36 Steinhart – 17 Wein – 8 Tallig, 31 Neudecker, 14 Dressel – 9 Mölders, 7 Lex.
Ersatz: 12 Szekely, 40 Kretzschmar (beide Tor) – 3 Lang, 11 Greilinger, 13 Erdmann, 21 Ngounou Djayo, 26 Durrans, 27 Belkahia, 28 Mannhardt, 30 Cocic, 32 Gresler, 33 Klassen.
Nicht dabei: 20 Agbowo (Mittelhandbruch).

SGE: 1 Trapp (Tor) – 19 Abraham, 20 Hasebe, 13 Hinteregger – 28 Kohr, 17 Rode – 24 da Costa, 15 Kamada, 11 Zuber – 9 Dost, 33 Silva.
Ersatz: 32 Rönnow (Tor) – 2 Ndicka, 3 Ilsanker, 8 Sow, 18 Toure, 21 Ache, 22 Chandler, 25 Durm, 27 Barkok, 35 Tuta, 39 Paciencia.
Nicht dabei: 10 Kostic (Rot-Sperre), 29 Wiedwald (nicht berücksichtigt), 30 Willems (Reha nach Kreuzbandriss), 34 Makanda, 36 Fahrnberger, 38 Brugger, 42 Cavar (alle nicht berücksichtigt).

Schiedsrichter: Martin Petersen (Stuttgart); Assistenten: Robert Wessel (Berlin), Jochen Gschwendtner (Eggenfelden); Vierter Offizieller: Tobias Endriß (Bad Ditzenbach).

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